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"Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden" (Sokrates)
 
Wolfgang Schur - Professionelles Coaching in München
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"Dauer-Coaching"

Üblicherweise hat Coaching ein fest definiertes Ziel, dessen Erreichung gemessen werden kann. Nach Erreichung des Ziels ist der Coaching-Prozess beendet. Das kann bereits nach drei Sitzungen sein, oder auch erst nach zehn. Länger dauert Coaching nur sehr selten. Es gibt aber Ausnahmen, und die werden immer häufiger:

Der Coach als Sparrings-Partner
Gerade im Top-Management oder bei Unternehmern ist ehrliches, neutrales Feedback ein knappes Gut. Die Betroffenen fragen sich: „Wem kann ich Probleme anvertrauen, ohne dadurch angreifbar zu werden? Wer sagt mir ganz offen und ehrlich, wie ich auf Kollegen und Mitarbeiter wirke? Wer wäscht mir auch einmal den Kopf, wenn ich mich unangemessen verhalten habe? Mit wem kann ich in Gedankenspielen auch einmal unkonventionelle Ideen durchdenken, ohne mich zu blamieren?“
Ein Coach kann diese Rolle ausfüllen – unter bestimmten Voraussetzungen. Zum einen sollte beiden, also Klient und Coach klar sein, was sie gerade tun: Befinden sich beide im „klassischen“ Coaching-Prozess, arbeiten sie also gezielt an der Lösung eines Problems oder an am Verhalten des Klienten? Oder sind beide Seiten übereingekommen, dass der Klient den Coach als Sparrings-Partner begleitet? Wenn beide Seiten ohne klare Vereinbarung von einer Phase in die andere rutschen, besteht die Gefahr, unterschiedliche Ziele zu verfolgen. Der Coach versucht, durch gezieltes Intervenieren dem Klienten neue Sichtweisen bezüglich bestimmter Verhaltensweisen zu ermöglichen, während der Klient vielleicht gerade eine neutrale Einschätzung seiner Performance bei einem wichtigen Meeting vom Vortag will. Das frustriert Klient und Coach, denn keiner von beiden kommt wirklich weiter. Wenn das Ziel aber klar ist, dann kann der Coach den Wert bringen, für den er bezahlt wird.
Eine weitere Voraussetzung ist der Mut, in bestimmten Zeitabständen zu fragen, ob der Klient tatsächlich noch von den Sitzungen profitiert. „Profitieren“ kann bei dieser Form des Coaching heißen: „Ich nehme immer wieder gute Ideen aus den Sitzungen mit, die mir beruflich weiterhelfen“, oder auch „es tut mir gut, mir bestimmte Dinge von der Seele reden zu können, ich kann mich dadurch besser auf Wesentliches konzentrieren“.

Coaching und Mentoring
Profitieren kann aber auch, wer (noch) nicht im Top-Management angesiedelt ist. Wo im Unternehmen kein Mentor zur Verfügung steht, also niemand mit Berufs- und Führungserfahrung, der in schwierigen Situationen Rat gibt, kann ein Coach diese Rolle zumindest teilweise ausfüllen. Der Coach wird nicht helfen können, wo es um unternehmensinterne Informationen oder Kontakte im Unternehmen geht. Aber er kann Führungswissen vermitteln und eine Karriere hinterfragend und reflektierend begleiten. Auch dabei ist wichtig, dass von Anfang an klar ist: Hier geht es nicht um klassisches Coaching, sondern um eine zeitlich nicht begrenzte, stärker fachlich orientierte Begleitung. Voraussetzung ist dabei natürlich, dass der Coach über umfassende eigene Führungserfahrung verfügt. Diese Form von Coaching sollte den Klienten auch dabei unterstützen, einen echten Mentor in seinem beruflichen Umfeld zu finden.

Fazit:
Eine länger andauernde Begleitung durch einen Coach kann in bestimmten Situationen Sinn machen. Voraussetzungen sind Klarheit über die Ziele, eigene Führungserfahrung des Coaches und, wie in jedem Coaching-Prozess, ein belastbares Vertrauensverhältnis zwischen Klient und Coach.