Coaching im Vertrieb
Vertriebscoaching - damit
verbinden heute viele einen vertriebserfahrenen,
alten Hasen, der einen jungen Verkäufer
zum Kunden begleitet, ihm ein paar schlaue
Tipps gibt und anschließend dessen
Vertriebsleiter Bericht erstattet, wie
sich der Junge so gemacht hat.
Das gibt es tatsächlich noch. Mit
Coaching hat es allerdings überhaupt
nichts zu tun. Dem widerspricht schon
allein das Fehlen der für ein seriöses
Coaching unabdingbaren Vertraulichkeit.
Zudem hat Coaching wenig mit Tipps
geben zu tun. Und eine weitere Grundlage
des Coachings ist in diesem Szenario nicht
vorhanden: die gleiche Augenhöhe
zwischen Klient und Coach.
Ein Coach arbeitet anders: Auf gleicher
Augenhöhe suchen Klient und Coach
neue Blickwinkel auf ein Problem oder
eine Aufgabe und entwickeln gemeinsam
für den Klienten individuelle Lösungen
und Strategien. Damit ist eine klassische
Frontal-Trainingssituation ausgeschlossen.
Coaching ist vielmehr ein Instrument,
das auf Vertriebstrainings im herkömmlichen
Sinne aufsetzt. Nach der Vermittlung von
Wissen im Training hilft ein Coach dem
Vertriebsbeauftragten, den für ihn
optimalen Weg zur Umsetzung der Inhalte
zu finden und Blockaden aus dem Weg zu
räumen. Damit ist das erste Einsatzfeld
für Coaching im Vertrieb beschrieben:
Hilfe bei der Umsetzung in der Folge klassischer
Vertriebstrainings.
Ein zweites klassisches Feld für
Coaching im Vertrieb sind Umstrukturierungen
und Reorganisationen, die den Vertrieb
betreffen und nicht selten neue Verkaufsparadigmen
mit sich bringen. Aus der klassischen
territorialen Gebietsaufteilung werden
auf einmal branchenspezifische Vertriebssparten
mit neuen Anforderungen an die Mitarbeiter.
Oder für Schlüsselkunden wird
Key Account Management eingeführt
aus dem Verkäufer wird auf
einmal ein Ansprechpartner, der mit dem
Kunden über dessen Strategien sprechen
soll und der gleichzeitig intern alle
kundenbezogenen Aktivitäten koordinieren
muss. Diese Neuorientierungen erfordern
nicht selten eine Überprüfung
des eigenen Verhaltensrepertoires und
sind vor dem Hintergrund des meist unveränderten
Quotendrucks nicht leicht zu meistern.
Ein Coach kann hier helfen, neue Zielsetzungen
besser zu verstehen und nicht kurzerhand
wieder in die alte, nun unpassende Routine
zu verfallen.
Ein drittes Feld wächst zur Zeit
rasant: Erfolgreiche Verkäufer verstehen
sich mehr und mehr als Coach, der seine
Kunden unterstützend durch den Einkaufsprozess
begleitet. In komplexen Verkaufssituationen
ist dieses Modell sinnvoll, denn es ermöglicht
einen besseren Zugang zum Kunden auf einer
persönlichen Ebene, die dem Verkäufer
sonst meist verschlossen bleibt. Aber
wer diesen Weg gehen will, muss zunächst
einmal wissen, wie das geht den
Kunden coachen. Ein erfahrenener Coach,
wenn möglich mit eigener Vertriebserfahrung,
kann dafür das Handwerkszeug vermitteln.
Fazit:
Der Vertrieb ist mittlerweile ein konsequent
durchprofessionalisierter Berufsstand.
Die Grundlagen dafür werden in guten
Vertriebstrainings vermittelt. Coaching
setzt darauf auf und kann den Unterschied
machen zwischen einem durchschnittlichen
Verkäufer und einer erfolgreichen
Verkäuferpersönlichkeit.