Die Hürden
vor einem Coaching
Coaching ist mittlerweile als Instrument
der Personalentwicklung und als Weg zur
Bewältigung von Problemen und Krisen weithin
anerkannt. Warum nehmen dann nicht viel
mehr Menschen Coaching für sich in Anspruch?
Wenn die Firma das Coaching nicht zahlt,
spielen sicher finanzielle Aspekte eine
Rolle. Immer noch grassierende Vorurteile
zum Thema mögen auch ein Hemmnis sein.
Viel wichtiger sind aber zwei Hürden,
die vor jedem Coaching stehen:
1) Verantwortung übernehmen
Damit ist nicht gemeint, dass Sie jedes
Problem, das Sie im Umfeld erkennen, auf
Ihre eigenen Schultern laden sollen. Vielmehr
geht es darum, zu erkennen, dass man selbst
zur Lösung eigener Krisen und zur Lösung
von Problemen im beruflichen und privaten
Umfeld beitragen kann.
Oft wird einer gern zitierten "schwierigen
allgemeinen Lage" die Schuld gegeben -
oder anderen Menschen. Da verstehen einen
eben die Kollegen nicht, der Chef ist
ungerecht oder die Mitarbeiter sind zu
unselbstständig.
Selbst wenn daran oft ein Funken Wahrheit
ist: Diese Aussagen bringen Sie selbst
nicht weiter. Wer hat schon die Macht,
die Kollegen, den Chef, die Mitarbeiter
oder die "schwierige allgemeine Lage"
zu ändern?
Ändern kann man vor allem sich selbst
- oder besser: eigene Verhaltensweisen,
die eine Lösung blockieren. Vielleicht
lehnt der ungerechte Chef Ihre Vorschläge
nur immer ab, weil er sie nicht richtig
versteht? Anstatt ihm das vorzuwerfen,
können Sie versuchen, besser auf seinen
Kommunikationsstil einzugehen. Ihre Mitarbeiter
sind unselbstständig? Stellen Sie sich
die Frage, ob Sie die Mitarbeiter durch
Ihr Verhalten nicht sogar zur Unselbstständigkeit
anhalten! Und fragen Sie sich, wie Sie
den Zustand durch kleine Änderungen in
Ihrem Verhalten verbessern können.
Wenn Mitarbeitern Coaching empfohlen
wird, ist dieses "Verantwortung übernehmen"
oft eines der Ergebnisse des Coachings
selbst. Wenn sich aber jemand dafür entscheidet,
selbst Coaching zu nehmen und zu finanzieren,
muss diese Erkenntnis zumindest ansatzweise
im Vorfeld gewonnen werden - noch vor
dem Coaching. Denken Sie darüber nach!
2) Den richtigen Coach
finden
Über dieses Thema gibt es Literatur,
Artikel und Empfehlungen in einer überwältigenden
Fülle. Grundsätzlich lassen sich all die
Tipps auf drei Kernpunkte zurückführen:
Machbarkeit heißt, dass der Stundensatz
des Coaches die finanziellen Möglichkeiten
nicht sprengt und dass der Coach räumlich
erreichbar ist.
Ob die Qualifikation eines Coaches zu
Ihnen passt, hängt von Ihren spezifischen
Anforderungen ab. Oft ist es sehr hilfreich,
wenn der Coach selbst Berufserfahrung
mitbringt, die für Ihre Situation relevant
ist. So akzeptieren zum Beispiel viele
Führungskräfte nur einen Coach, der selbst
schon im Management tätig war. Generell
sollte der Coach aber eine solide Coaching-Ausbildung
mitbringen, wie sie zum Beispiel vom Deutschen
Bundesverband Coaching e.V. (www.dbvc.de)
definiert ist.
Gegenseitiges Vertrauen und Sympathie
zwischen Klient und Coach sind absolute
Voraussetzungen für den Erfolg. Beim Coaching
sitzen Klient und Coach gleichberechtigt
zusammen - der Coach unterstützt den Klienten
beim Finden von Lösungswegen. Eine solche
Arbeitsatmosphäre funktioniert nur, wenn
die "Chemie" zwischen Coach und Coachee
stimmt.
Diese beiden Hürden zu meistern klingt
anstrengend und nach sehr viel Arbeit.
Oft stellen Sie aber dabei fest, dass
Sie bereits mitten im Prozess der Lösungsfindung
sind. Die Gedanken, die Sie sich dabei
machen und all die Suchprozesse, die dabei
unbewusst für Sie arbeiten, bringen Sie
meist schon einen ersten Schritt weiter.
Es lohnt sich also.